Warum es heuer weniger um Trends geht – und mehr um das, was wirklich bleibt.
Mailand im Frühling. Ein erster Kaffee in der Sonne, Stimmen auf den Straßen, ein leichtes Flirren in der Luft. Die Stadt wirkt, als hätte sie den Winter einfach abgestreift – und mit ihm jede Schwere. Für ein paar Tage wird Mailand zur Bühne der Welt: Möbelmesse, Design Week, zahllose Orte, an denen sich Ideen zeigen, begegnen, überlagern.






E adesso Milano, schreibt ein italienisches Magazin. Und es stimmt: Jetzt ist Mailand. Jetzt ist Aufbruch. Jetzt ist dieses ganz eigene Lebensgefühl, das man schwer beschreiben kann – aber sofort spürt.
Warum ich heuer keinen Trendbericht schreiben will
Und doch: Heuer fällt es schwer, einen klassischen Trendbericht zu schreiben.
Nicht, weil es nichts zu sehen gäbe. Im Gegenteil. Es gibt mehr denn je. Mehr Möbel, mehr Marken, mehr Räume, mehr Inszenierungen. Aber genau darin liegt die Veränderung: Die Zeit der klar benennbaren Trends scheint vorbei. Farben, Formen, Materialien – sie sind da, sie sind präsent, aber sie stehen nicht mehr im Mittelpunkt. Was sich stattdessen zeigt, sind Haltungen.















Markenwelten statt Trends
Jede große Marke erschafft ihre eigene Welt – bis ins letzte Detail komponiert.
Minotti etwa: eine üppige, fast majestätische Inszenierung. Umarmende Formen, klare Geometrie, ein selbstbewusster Glanz, der Räume in eine stille, fast ehrfürchtige Atmosphäre taucht.
Flexform hingegen: leiser, sandiger, weicher. Eine Welt aus hellen Tönen, aus großzügigen Kissenlandschaften und vielen kleinen Möbeln, die sich wie selbstverständlich um große Sitzgruppen gruppieren und ihnen Leichtigkeit geben. Das sind keine Kollektionen mehr. Das sind Gesamtkunstwerke des Wohnens.











Über allem liegt ein Zeitgeist von stillem Luxus, klarer Geometrie und immer wieder Anklängen an die Aufbruchsjahre der 70er. Der Versuch, daraus ein neues Lebensgefühl zu formen, ist überall spürbar. Manchmal gelingt er berührend. Manchmal entstehen Räume, die eher Distanz schaffen als Nähe – kleine, perfekte Welten in einer Welt, die selbst gerade aus den Fugen gerät.
Vielleicht ist auch das eine Form von Sehnsucht.
Zu viel von allem – und was daraus folgt
Was Mailand heuer so eindrücklich zeigt: Es gibt nicht zu wenig Auswahl – sondern zu viel.
Zu viele Möbel.
Zu viele Möglichkeiten.
Zu viele starke Identitäten.
Und genau deshalb wird eines klarer denn je: Ohne Innenarchitektur geht es nicht mehr.
Die eigentliche Aufgabe: Persönlichkeit in Raum übersetzen
Denn was keine Messe, keine Marke und kein Trend leisten kann, ist die eigene Persönlichkeit in Raum zu übersetzen. Zu materialisieren, zu verlängern, sichtbar zu machen. Hier beginnt die eigentliche Arbeit. Und die eigentliche Kunst.



Der Innenarchitekt wird zum Kurator. Zum Übersetzer. Zum Begleiter.
Er wählt aus, reduziert, verbindet. Er bändigt Funktionen und gibt dem Besonderen den richtigen Platz. Er versteht, wann ein Raum Ruhe braucht – und wann er Charakter zeigen darf.
Am Ende entsteht Stil nicht durch das Einzelstück.
Sondern durch das Zusammenspiel.
Durch die Übereinstimmung zwischen Raum und Mensch.
Vielleicht ist das auch das, was die Italiener bella figura nennen:
Nicht das Perfekte. Sondern das Stimmige.
Das, was ausstrahlt, ohne sich aufzudrängen.
Kuratierte Räume statt reiner Markeninszenierung
Genau hier setzen die Wetscher Wohngalerien an. Nicht nur mit den klaren Markenstudios der großen, prägenden Hersteller – sondern bewusst auch mit kuratierten Ausstellungen. Räume, die nicht nur zeigen, was möglich ist, sondern wie es sich anfühlt, wenn alles zusammenpasst.

Hier verdichten sich Eindrücke.
Hier entstehen aus Ideen konkrete Räume.
Mit Innenarchitekten, die zuhören.
Mit einer Tischlerei, die umsetzt.
Mit einem Verständnis von Wohnen, das über das Möbel hinausgeht.
Mailand inspiriert – zuhause entscheidet sich alles
Mailand ist eine Reise wert.

Für die Inspiration. Für das Staunen. Für dieses besondere Gefühl von Leichtigkeit und Aufbruch. Für ein paar Tage Dolce Vita, die bleiben. Aber für das eigentliche Wohnen – für das Finden der eigenen Form, der eigenen Atmosphäre – reist es sich lohnender ins Tiroler Zillertal als nach Mailand www.wetscher.com/ueber-uns/ausflug-in-die-schoene-welt-des-wohnens.
Die Wetscher Wohngalerien sind dafür der bessere Ort.
Ruhiger. Klarer. Persönlicher.
Fazit: Die wahre bella figura entsteht zuhause
Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis dieser Reise: Gutes Wohnen entsteht nicht dort, wo alles gezeigt wird – sondern dort, wo das Richtige ausgewählt wird.
Mailand inspiriert. Es öffnet den Blick, macht Lust auf Neues und reißt die Fenster nach dem Winter wieder weit auf. Aber der eigene Stil entsteht nicht im Messetrubel. Er entsteht im Gespräch, im Auswählen, im Weglassen – und in der Kunst, aus vielen Möglichkeiten genau jene zu finden, die wirklich zu einem Menschen passen.
Die wahre bella figura entsteht also nicht auf der Messe.
Sondern zuhause.
Und vielleicht beginnt sie, wie so vieles in Italien, ohnehin erst einmal am Tisch. Denn jede Leidenschaft geht am Ende auch durch den Magen. Vielleicht gefällt uns Furniture & Fashion deshalb in Mailand so gut: weil dort nicht nur die Möbel großartig sind, sondern auch der Espresso, die Pasta und diese wunderbare Selbstverständlichkeit, mit der Genuss zum Leben dazugehört.

In diesem Punkt, das geben wir gerne zu, haben wir die Mailänder noch nicht geschlagen.
Aber bei den Möbeln, beim Einrichten und beim Finden des ganz persönlichen Stils – da muss man nicht bis nach Italien fahren. Da reicht der Weg nach Fügen.

















































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































wurden solche Lagerstätten gebaut – eine lebenswichtige Notwendigkeit. Ein Bett ist nicht nur Platz zum Schlafen, sondern als Möbel wie ein Haus, wie ein Dach über dem Kopf. Haus, Schlafraum, Bett – verhält sich wie die russischen Matrjoschka-Puppen, der Schutz wird konzentrisch stärker, der Rückzugsort intimer. Bei sich und sicher ist man zwischen Matratze und wärmender Decke. Das Bett ist der intimste „Raum“, eine Schale mehr als das Schlafzimmer.

Mein Bett holt mich heraus aus dem Alltag, es ist das Refugium im Refugium, es ist der innerste Kokon. Das richtige Bett lässt mich lieben und leben Tag für Tag. Es ist die Pole-Position in ein gesundes Leben, es ist die Start-Box in einen gelungenen Arbeitstag. Federleicht können sie sich anfühlen, diese vier Quadratmeter Wellness und doch solide – als Basis unseres alltäglichen Seins. Als federweicher Rastplatz für einen müden Körper. Sorgenplatz und Angstmaschine. Wunderwelt entfesselnder Gedanken. Traumaltar. Spielplatz der Seele. Deshalb ist es so wichtig, sein Augenmerk auf die Qualität des Schlafzimmers zu richten, um das Beste für sich zu gestalten.







Das Braun der Felder wechselt zwischen Beige und Gelb. Das Grün der Bäume ist da und dort noch frisch und pastellig grün, wird gelegentlich satt und dunkler. Dem Himmel über Paris entgegen – welch unendliche Weite dieses Blau doch zeichnet – und wie das grelle Weiß der kleinen Wolken allen Farben mit Referenz dient.













Als ich mit Minotti eines Tages über Wohnstile philosophierte, streiften wir viele Themen: den Wert zeitloser, hochwertiger Handwerkskunst, die Entwicklung unverkennbarer Handwerkskunst und unsere angestrebte Verbindung zwischen lässig-eleganter Internationalität und Heimatverbundenheit. Genau diese Harmonie der Gegensätze faszinierte Renato Minotti, denn die frühesten Kindheitserinnerungen der Minotti-Familie sind auch mit Alpinem, mit ihren Aufenthalten in Madonna di Campiglio, verbunden.
Der Bezug zu den Bergen, zum Schnee, zu der Rauheit der Materialien – auch der Grobheit – sind in der Familiengeschichte verankert. Die Kombination zwischen alpinem Innenausbau, wie wir es in einem Chalet in Lech mit Altholz ausgeführt hatten, und ihren Möbeln empfand Minotti als besonders geglückt. Die vertraute Gemütlichkeit der Tiroler Stube, gepaart mit der internationalen, coolen Straightness von Minotti faszinierte ihn. So sehr, dass er dafür extra nach Lech reiste, um die Atmosphäre zu studieren.


Das war nicht immer so, wie der Schweizer Architekt Peter Zumthor in seinem Buch „Architektur Denken“ eindrucksvoll beschreibt. Im Haus seiner Tante sei er erst durch einen langen, düsteren Gang gelaufen und habe so die Küche, den einzigen hellen Raum, betreten. „Alles in dieser Küche war so, wie herkömmliche Küchen eben sind. Es gab nichts Besonderes an ihr. Aber vielleicht ist sie, gerade weil sie auf diese fast natürliche Weise einfach Küche war, in meiner Erinnerung so sehr als Inbild einer Küche präsent.“














Fern ab von altbekannten Designs schuf auch Panton zeitlose Möbel mit Witz – ohne auf Vergangenes zurückzugreifen. Die Weiterentwicklung von Bewährtem kam ihm nicht in den Sinn. Panton war es, der als einer der ersten die Kunstrichtung Pop-Art in die Welt des Möbeldesigns einfließen ließ. Ein Wagnis, das uns im augenblicklichen Retro-Zeitgeist relativ fremd geworden ist. Sein Mut wurde belohnt und machte ihn zu einem der einflussreichsten und erfolgreichsten Möbeldesigner und Innenarchitekten des 20. Jahrhunderts. Ich stelle fest, dass seine Designs nur bei genauerer Betrachtung ihren leisen Hauch von skandinavischer Funktionalität und Zurückhaltung offenbaren. Panton entsagte den Retroeinflüssen und widerstand romantischen Versuchungen. Daraus entstand eine völlig neue, aufregende Formensprache.
Diese resultiert heute in einem Minimum an Form, bei maximaler Materialität. Kostbarer, abwechslungsreicher sowie haptischer sind die verwendeten Materialien. Ebenso prägnant wie Marmor, Kupfer und Messing ist die flächendeckende Liebe zum Detail. Vielleicht – so scheint es mir – das ein oder andere Mal mit einem ironischen Augenzwinkern versehen. Panton strebte einst mit seinen innovativen Designs keine Evolution im Design an. Er wünschte sich eine Revolution und den Einsatz von Fantasie. Heute wird aus diesem Erbe mühelos eine klare, saubere und unaufdringliche Wohnraumstimmung kreiert, die durch alte-neue Klassiker geprägt ist. Möbel mit hohem praktikablen Wert, aber auch höchster Ästhetik und Eleganz. Mit den pastellfarbenen Akzenten und minimalen Kontrasten – ohne aufdringlichen Luxus – hält so eine hohe Wohnqualität in die unterschiedlichen Wohn- und Lebenssituationen Einzug.












Schummrig war gestern. In Konsequenz heißt das: weg mit den aus der Zeit gefallenen Leuchten. Nichts wird so schnell vom Zeitgeist überholt wie Luster & Leuchten – technisch, vor allem aber optisch. Jetzt sind Tropfen & Kugeln aus Glas angesagt. Sie spielen und spiegeln uns Licht auf Wände und besondere Oberflächen. Insgesamt darf es heller werden und weniger kosten. LED spart Geld und kann in unterschiedlichen Designs Ihre formschöne Bremse für den Stromzähler sein!






Wenn also draußen die Welt entfesselt ist, dann lockt hinter der Schwelle unserer privaten Räume die Ruhe, nach der wir uns sehnen. Von der Welt in die eigenen Wohnräume flüchten bedeutet auch die bewusste Abkehr vom Alltagslärm und Hinwendung an das eigene „Ich“ oder das „Wir“ als Paar oder als Familie. Und wer von den öffentlichen Räumen seiner Privatheit weiter vordringt, gelangt unweigerlich in die Kapelle der inneren Einkehr – in das Schlafzimmer und schließlich in das Bett als persönlichsten Ort. Ein Kokon feinster Gefühle, voller Ruhe oder höchster Empfindungen – ebendort ist man bei sich selbst angekommen. Geschützt vor der Welt.



Lockt Sie die neue Haute Couture des Schlafens? Kunstvoll kombinierte Liegesysteme bestehend aus Obermatratze, Untermatratze und optionalem Topper – 23 cm hohe Matratzen mit innerer Abheftung und Tonnentaschenfederkern in höchster Handwerkskunst verarbeitet und durch die Verwendung der besten Naturmaterialien wie Baumwolle, Schurwolle, Leinen, Seide und Kaschmir veredelt.

Tatsächlich lässt sich dieses Gefühl von Sommer, Sonne, Meer – abseits der Jahreszeiten – in die eigenen vier Wänden zaubern. Wer sich intensiv mit Architektur und Raumgestaltung auseinandersetzt, der kommt an der Beschäftigung mit Atmosphären nicht vorbei. Wie entsteht eine Stimmung, eine Gestimmtheit eines gebauten, inszenierten Raums, die sich direkt dem Bewohner mitteilt?















































Selbstbewusst, lässig amerikanisch mit einer Prise alter Heimat. Getragen von den kurzen Wurzeln der eigenen Geschichte, von Shaker, Eames und von jenen vielen Künstlern und Kreativen, die hier eine neue Heimat fanden und vor lauter Freude ein Fenster zu einer neuen Zukunft, zu einer besseren Welt aufstießen, ohne die alte Heimat ganz hinter sich zu lassen. Im Unkonventionellen liegt hier Frische und Modernität. Papierwaben als Wandverkleidung, Kunstfelle an Wand und Decke – Hauptsache schön zum Anfassen. Der Trend heißt Haptik, heißt „Anfassbares“ – erschaffen für eine zunehmend unfassbarere, digitale und virtuelle Welt. Erkennbar, ein starker Hang zu einem sinnlich, wahnsinnig femininen, ethno angehauchten Einrichtungsstil. Träumerisch leicht, farblich intensiv und abseits jeder technischen Konstruktion.

Und diesem Städter ist der eigentliche Möbelbau, gutes Handwerk fremd. Die New Yorker sind mehr Dekorateure. New York, die Stadt der wechselnden Identitäten. Weil es alles und jeden noch so kleinen Kulturkreis hier gibt, gilt es, fürs eigene Heim diese Identitäten unter einen Hut zu bringen. Eine Meisterschaft des Sowohl-als-auch. Die Kompetenz des Innenarchitekten liegt in der Dekoration, aus einer schier unüberschaubaren Vielfalt eine ganz neue Einzigartigkeit zu kreieren. Die Herkunft zeigt, Wurzeln bietet und damit eine unverwechselbare Identität schafft.



Heute aber geht es um die Trends der Saison, um die Neuheiten und Entwicklungen, ums richtige Erkennen, was von dem so schnell wieder verschwindet wie es gekommen ist und was sich zum echten Stil mausert – was bleibt. Es geht um den Blick fürs Schöne. Und naturgemäß sehen Vater und Sohn diese Stadt, die vielen neuen Farben und Designs aus doch sehr unterschiedlichen Perspektiven. Die Aufgabe besteht darin, den Blick festzuhalten, vieles von dem mitzunehmen nach Hause, gebannt auf Foto und Film – jeder mit seiner eigenen Kamera.
Am Abend sichten wir das Material, bearbeiten erste Bilder. Es ist fast 21 Uhr, wir kommen aus dem Baxter Cinema, dem angesagtesten Ausstellungsevent für Kunden mit „Reinlass-Rauferei“ für Nichtkunden. Von Möbeln ist nicht mehr viel zu sehen. Das fantastisch lange Clubsofa in angesagtem Braun ist jetzt nur mehr mit Publikum abzulichten. Kurz vorher gelingt noch ein schönes Bild vom über dem alles in dieser Stadt formal erhabenen Duomo.
Ich kann kaum glauben, was Max gesehen und mit Fotos und Videos festgehalten hat. Wir waren doch auf derselben Messe. Haben, so dachte ich, Ähnliches betrachtet. Wenn ich die Bilder von Max sehe, ist da aber plötzlich so viel Neues, Jugendliches. Die Kamera ist zum Spiegel der eigenen Wirklichkeit geworden, seiner und meiner. Wir beide lieben Möbel, teilen dieselbe Leidenschaft, haben über große Teile sogar dieselbe Ausbildung. Trotzdem ist der Blick ein anderer, muss ein anderer sein. Es ist der Beginn einer anderen Generation und damit einer neuen Geschichte…

Und weil wir in der warmen Jahreszeit viel lieber draußen sind, verlagern wir auch unsere Tätigkeiten ins Freie. Stark im Trend liegt beispielswiese das Thema „Kochen“ unter freiem Himmel. Und dabei müssen wir auf nichts verzichten: komfortablen, hochwertigen Outdoorküchen – die technisch alle Stücke spielen – sei Dank! Der passende Griller darf in unseren grünen Oasen natürlich auch nicht fehlen – meist ist dieser eines der ersten Geräte, die für einen neuen Garten angeschafft werden.
Das Motto heißt „Rückzug & Relax“. Und weil das in einer komfortablen, aber unbedingt auch schönen Umgebung einfach besser gelingt, gilt es bewusst hinzuschauen, langfristig zu denken, gescheit zu planen. Unseren Garten, egal ob klein oder groß, gestalten wir also wie den besten Wohnraum, idealerweise mit Blick in „die Küche“, auf Griller und Gartentisch. Praktisch, bequem und sehr, sehr schön. Denn das wissen wir schon von der Planung unserer Innenräume: In jeder Schönheit liegt auch das Gute, eine Ordnung der Formen. Im Angesicht des Schönen werden wir selbst wieder „geordnet“, beruhigen uns und lassen los.



Im Jahr 2017 blicken wir zurück und richten gleichzeitig unseren Blick fest in die Zukunft. Was bedeutet das? Wir machen es uns schön und greifen bei Farben und Formen zurück in die Vergangenheit. Retro heißt und ist die Neuheit. Retro und die Eleganz längst vergangener Dekaden. Im Stil „bruchlos“, berechenbar – so anders als die Welt vor der Tür. Jede Farbe, jede Form ergibt sich aus dem, was schon da ist. Das beruhigt und entspannt und wird ganz allgemein als schön empfunden. Nur die vielen neuen Funktionen, raffinierte Verarbeitungen, gelaserte Oberflächen, all das scheint aus der Zukunft zu kommen, überrascht und darf alleine ein Fenster in die Welt der neuen Möglichkeiten aufmachen.
Geschmack und Stil ausstrahlt. Messing, Kupfer und Stein. Echtes und Edles. Vorbei sind die Zeiten scharfkantiger, reduzierter, weißer Kunststoffmöbel und jener kühlen Abstandsatmosphäre, die solche Möbel ausstrahlen. Eine neue, stilsichere Gemütlichkeit muss es jetzt sein. Eine Gemütlichkeit, wertvoll und elegant.





Auch hier werden viele Muster und Macharten von „Mutter Natur“ beeinflusst. Endlich wieder! Wichtig ist, Textiles muss wieder in unsere Räume. Nach den Jahren des Entweder-oder, nach den Jahren des Design oder Textil dürfen jetzt auch in modernen Räumen Tapeten, Teppiche und Vorhänge die Atmosphäre veredeln. Textilien im Raum wärmen unser Herz schon beim Anblick, manch allzu klare Raumkante wird ästhetisch entschärft. Als Tapete, Kissen, Vorhang oder Decke ist jedes Textil auch gut zum Abbilden vergänglicher Formen und Farben und bringt damit den Zeitgeist in unsere vier Wände. Für 2017 gilt, den Textilien sieht man in Oberfläche und Struktur das „Handwerkliche“ an.
Die Renaissance der Teppichkultur wird lustvoll gelebt. Der Teppich gibt Raum und Wohnen einen Rahmen. Echt und kostbar – als Stilbruch oder Zitat dafür, das letztlich doch alles von derselben Welt ist. Jetzt darf er wieder runter vom Dachboden oder rauf vom Keller.

Derweil gibt es kein mobileres Möbel. Kostbarste Materialien werden millionenfach verknüpft, in einem schier endlosen Zeitaufwand und die Farbe, das Ornament, geben einen präzisen Herkunftsnachweis, erzählen Geschichten, bringen Erdung und Verwurzelung in unserer (Wohn-)Heimat – ähnlich einer Tracht, die wir stolz zu einem besonderen Anlass tragen. Identifikation und Identität im selben Maß.
ziehenden Nomaden verkörperte, ist heute zum Streben einer gelungenen Inneneinrichtung geworden: jenen Wurzeln in sich selbst Ausdruck verleihen und die Werte von Herkunft und Umgebung so zu materialisieren, dass es nicht nur praktisch, sondern auch als schön betrachtet werden kann – als authentisch empfundener Ausdruck seiner selbst.
Der Teppich ist heute wieder smarte Zutat zu einem individuellen Wohnen, ein Gegenpol zur Massenware, gewobenes Cocooning und ein Stück von 1000 und einer Nacht.







So steht uns Frischluft- und Sonnenhungrigen nichts mehr im Wege, um schöne, erholsame und angenehme Stunden mit geliebten Menschen im Garten zu verbringen. Und dass mir nur ja niemand etwas ändert, in meinem „Lieblingsraum“ des Sommers. Einzig das hölzerne Fußballtor und das Bretterhaus im Ahornbaum können eines Tages verschwunden sein.

Mailand erschließt sich nicht so leicht wie Florenz oder Venedig, ist keine Muss-Stadt im Reiseplan amerikanischer Touristen wie Rom und natürlich auch ganz anders als Wien oder eine andere Stadt nördlich der Alpen. Mailand ist Nachkriegsmoderne, Neoklassik, Mode, Banken und Landwirtschaft. An manchen Stellen viel zu aufgeblasen, an anderen anmutig, lieblich, immer aber elegant und mit und in sich auf der Suche nach Schönheit, Stil und Eleganz. Und von keiner anderen Stadt kenne ich so viele Seiten, so viele Bilder. Ob Geschäftsmann, Tourist, Designer oder Architekt, ob Modemensch oder Künstler – jeder hat sein eigenes Mailandbild, seine Ecken und Besuchsrituale.
Ankunft auf der Piazza Largo Augusto, nach mühsamer Fahrt in die Stadt, schnell das Auto samt Schlüssel dem Garagisten übergeben – erste Vertrauensübung, hier in Italien. Jetzt aber schnell hinauf in die Via Durini zu den beiden großen Marken der Möbelwelt: Cassina und B&B üben sich fast Tor an Tor in einer ständigen Vertretung – beide Wetscher Partner schon seit der Zeit als beide noch ein Paar und sich C&B, Cassina und Busnelli, nannten. Stolz und anspruchsvoll zeigen sie der Welt ihre Interpretationen von Innovation und ihre lange Geschichte des Möbelbaus in der Brianza.
Wir biegen in die unscheinbare Via Gesù ab, schleichen stolz und selbstverständlich von der Autoeinfahrt ins Hotel Vier Jahreszeiten. Ein altes Kloster mit Garten und Kreuzgang zur First-Class-Bleibe umgestaltet, seit gut 20 Jahren ein Highlight. Der Garten öffnet den Blick in die jetzt verglasten Kreuzgänge, gotisches Kreuzgratgewölbe stößt auf messerscharfe Glaswände. Diese jonglieren mit verschiedenen Zeiten und Materialen, ein Mix der Spannung aufbaut. Das ist die Qualität hier im Süden. Das Restaurant im Tiefparterre ist von feinster Handarbeit ausgebaut und in der Bar ganz hinten links finden sich klösterliche Reste von Maßwerk und Fresken. Und wieder vermengt sich Altes spielerisch mit Neuem und erinnert, dass sich allzu reduzierte Formensprache ohne den historischen Rahmen oft schwer tut. Der Charme, die Spannung kommen aus dem „Sowohl als auch“ und genau dies ist hier meisterlich zu sehen.
Über die Via Spiga geht’s retour je nach Laune und Schaufensterinszenierungen mal schneller, mal langsamer hinauf in die Via Manzoni. Am besten über die Via Santo Spirito. Hier gibt es für die Mittagstisch-Gourmets den „Il Salumaio di Montenapoleone“, ein Lokal mit klassisch einfacher Küche in traumhaftem Innenhof. Endlich in der Via Manzoni angekommen bleiben die Verlockungen des Armani Kaufhauses samt Penthouse Hotel rechts von uns liegen. Schnell wollen wir der Betriebsamkeit und dem lauten Verkehr Richtung Brera entkommen. Wie anders die Menschen, Geschäfte und die Stimmung hier ist, und niemals – wirklich niemals – kommen wir an der Akademie vorbei.
Der vielen Möbelkollektionen schon etwas müde, erwarten uns jetzt echte Möbelhighlights rund um Boffi Küchen an der Piazza und Via Solferino. Ein unübersichtliches Gewirr von Hinterhöfen, ausgebauten Garagen, Gesindehäusern und Dachausbauten zeigen feinstes Handwerk und skurriles Design. Die Gassen dorthin sind bis zur Unpassierbarkeit belebt, besonders wenn Studenten ihren Abschluss lautstark mit Freunden und tutta la famiglia auf den Straßen feiern. Unser Ziel ist die Piazza Solferino. Von hier führt rechts weg die Via Montebello. In Nummer 7 wurde ein alter Blumenladen sehr liebevoll in ein Restaurant/ Café umgebaut. Alt und neu und vieles vom Alten respektvoll in neuer Funktion. Sehenswert.
Vorher galt es auf dem Weg zur Piazza Solferino noch den Weg zur aufgelassenen Kirche in der Via Marco Formentini zu erkämpfen. Enge Gassen und hohe Betriebsamkeit lähmen unser Fortkommen. Das Ziel ist es aber allemal und immer wert. Dieses Jahr von keinem geringerem als Bulthaup zur Messeausstellung erkoren. Katholischer Raum trifft protestantischen Schrank. Nach so vielen Eindrücken und engen Gassen lassen wir uns erst einmal treiben, grob die Richtung, ein leichtes, beschwingtes Ungefähr. Hinaus in ruhigere Gassen, aufpassen, nur ja nicht zu weit nach Westen abdriften, schließlich wollen wir hinter die Oper auf die Piazza della Scala. Die Straßennamen zeugen von den großen Männern Italiens – Dante, Verdi. Groß, frei und erleichtert fühlt man sich jetzt in der weltersten Shoppingpassage, den Mailänder Galerien, die das Einkaufen durch diese Architektur der kreuzenden Arme, durch Prunk und Größe erstmalig zu sakraler Größe emporhoben.


Zeit seines Lebens beschäftigte sich Karl Brugger, der Vater der heutigen Wetscher Wohnstilberatung, mit dem Beziehungsgeflecht Mensch und Raum. Der Architekt und Wohnvisionär Brugger, der so gegensätzliche Projekte realisierte wie Haftzellen, Luxus-Penthäuser, Ladenkonzepte, Bankfilialen und Messepavillons, wusste: Nur wer seine Wünsche und Werte kennt, findet sein wahres Zuhause.



Stadt hin ist eine gesamte Fensterfront, wirkt leicht und öffnet mit dem herrlichen Blick wahrscheinlich auch den Geist. Vieles von der heute selbstverständlichen Haustechnik wurde vom Architekten selbst entwickelt (wie die Lüftungs- und Heizungsanlage), sie gelten bis heute als pionierhafte Meisterleistungen.

unmittelbare Umgebung, wird zum guten alten Freund. Ein Bekannter, auf den man vertraut und baut. Formal bedeutet das eine Rückkehr des Retrodesigns. Dieser Stil erinnert uns an die Mitte des letzten Jahrhunderts, an Midcentury – ein filigraner, materialsparender Stil der Nachkriegszeit.

Wenn es heißt, der größte Trend ist Wohnen als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit, so sollte man diese tatsächlich so stark wie möglich im eigenen Wohnraum abbilden. Weil die eigenen vier Wände, das Dach überm Kopf, nicht nur vor Wind und Schnee, sondern vor den kollektiven Ängsten schützen soll. Daheim ist man am besten bei sich selbst, in sich selbst.





Auf Schlichtheit fokussiert inszenieren unsere Wetscher Innenarchitekten ein wohnfertiges Gesamtkunstwerk. Im großzügigen Loft verschwinden die klassischen Wohngrenzen, alle Wohnbereiche gehen harmonisch ineinander über. Beim Koch- und Essbereich treffen Maßanfertigungen aus den Wetscher Werkstätten, wie der Wandeinbau und die Kücheninsel, auf internationales Spitzendesign. Auch der offene Essbereich überzeugt durch moderne, klare Formen und büßt nichts an „Tiroler Gemütlichkeit“ ein. Saubere Linien, perfekte Proportionen, klare Details, Schattenfugen, Beton, Naturstein, die Neu-Inszenierung von Holz und viel Platz für ein neues Wohngefühl im Loft: Wir setzen auf die Ästhetik der Einfachheit, die Kunst der bewussten Reduktion und auf qualitätsvolle Details. Denn Minimalismus schafft Klarheit und Authentizität.

Die Unterschiede dieser Welt werden ganz einfach in den Innenraum gepackt:
Und die Muster? Viele neue „Patterns“, Muster und Ornamente, die nordafrikanisch anmuten und damit von gelungener Integration zumindest des formalen Teils des Arabischen oder Islamischen zeugen. Überhaupt gibt es nicht nur alles, sondern auch alles in jedem Material. Und fast scheint es, als ob die Gestalter dieser Welt auf der Suche nach einer neuen „Materialauthentizität“ wären. Die „Naturleute“ üben sich in schlichter Sachlichkeit, wie überhaupt die Skandinavier mit ihrem Hang zu klar, einfach und langlebig sehr, sehr langsam, aber sicher immer mehr werden. Sie formen eine bessere, sozialere Welt –mit klaren Formen und einer sozialen Ästhetik, weil im Einfachen auch immer ein kleinerer Preis liegt als im Opulenten. Die Romantiker unter den Natürlichen belassen die Natur überhaupt so, wie sie ist, und holen Muscheln, Schwemmholz und dergleichen mehr so wie von Natur geschaffen in den Innenraum.

Aber wann machen uns die „eigenen vier Wände“ glücklich, fühlen wir uns aufgehoben, geborgen?
Wir haben mit unseren vier Kindern auch auf Kulturausflüge nicht verzichtet. Unverzichtbare Begleiter waren dabei immer Fotoapparate – jedes Kind konnte seinen individuellen Blick auf das Erlebte hemmungslos ausleben – mit eigenen Fotos, mit eigener Perspektive. Zuhause zusammengefügt zeigte sich immer wieder ein wildes, buntes, völlig unterschiedliches Panoptikum.
Modernstes Know-how mit altbewährtem Wissen zu vereinen – dieser Ansatz vereint unsere beiden Familienunternehmen. Poliform wurde 1970 nördlich von Mailand als kleiner Handwerksbetrieb gegründet und zählt heute zu den weltweit bedeutendsten Anbietern im Wohn- und Interieurbereich. Seit vier Jahrzehnten besteht die enge Beziehung nun bereits, Poliform-Chef Alberto Spinelli würde bei seinen Österreich-Aufenthalten nie einen Besuch bei Wetscher ausschlagen. Das erfüllt mich schon mit Stolz.
Poliform ist die „Mutter des Kleiderschranks“, das Unternehmen hat einen ganz anderen Zugang entwickelt – weg von kurzlebig und schnell hin zur Qualität, mit vielen technischen Raffinessen. Die Systemmöbel, also Wohnwände und Schränke, sind geradezu virtuos konstruiert. Innovative Lösungen für jeden Lebensstil, das ist die Prämisse von Poliform und uns gleichermaßen. Höchste Qualität, Design und Komfort stehen im Mittelpunkt – der Wohnraum soll Ausdruck der eigenen Persönlichkeit sein. Die Freundschaft mit diesem klingenden Namen aus Italien bedeutet für uns vor allem, immer am Puls der aktuellen Entwicklungen zu sein. Bella Italia in Fügen – was kann es Schöneres geben?!

icklichkeit, die weltweit ihresgleichen sucht. Nicht jede in feste Form gebrachte Idee muss hier Sinn machen oder jene Funktionalität aufweisen, die für uns nördlich des Brenners so oft die einzig wahre Existenzberechtigung hat. Für mich ist es unabdingbar, immer am neuesten Stand zu sein und den Puls der Branche zu spüren.
Was es aber in Mailand nicht zu sehen gab, waren diese echten, innovativen Neuheiten, wie wir das aus der Unterhaltungs- und Informationsbranche kennen. Nur mehr wenige stechen aus der Masse heraus – zu nennen sind hier beispielsweise die Entwürfe der spanischen Stardesignerin Patricia Urquiola, die für B&B Italia eine neue Outdoorkollektion mit dem Namen Butterfly kreiert hat. Neben B&B Italia prägen große Premiumlieferanten wie Minotti, Poliform und Flexform, die wir seit Jahrzehnten führen, die Branche formal und stilistisch.
















































































































