In Genauigkeit und Planung kommt ihm keiner nach. Niemand.
Robert ist der geborene Tischler. In jeder Hinsicht. Schon in der Volksschule, als wir gemeinsam auf diesen alten, viel zu kleinen Schulbänken saßen, wusste er, was er einmal werden wollte: Tischler.
Heute weiß er einfach alles, was man darüber wissen muss.
Wie man eine Tischlerei organisiert. Wie ein Plattenlager funktionieren muss. Welche Maschine wohin gehört – und warum. Wann man welches Material bestellt und vor allem, wie viel davon. Wie man mit Lehrlingen umgeht, die gerade glauben, schon alles zu können. Und wie man mit großen, anspruchsvollen Kunden umgeht, die zu Recht erwarten, dass am Ende jedes Detail stimmt.
Vor allem weiß Robert, was man tun muss, damit aus einem Projekt nach vielen Monaten nicht einfach ein fertiges Projekt wird, sondern ein Kunde, der dankbar und begeistert ist. Das ist vielleicht seine größte Stärke: Robert denkt immer bis zum Ende.
Er sieht nicht nur die Zeichnung, sondern auch die Platte, aus der sie gemacht wird. Nicht nur den Auftrag, sondern den Weg dorthin. Nicht nur den Termin, sondern alles, was vorher passieren muss, damit dieser Termin überhaupt gehalten werden kann. Und wenn er selbst einmal an einer Maschine steht, dann tut er das mit einer Konzentration und Präzision, die für unser Handwerk fast schon verdächtig ist.
Einer, der bleibt, wenn es schwierig wird
Robert war Lehrling. Tischler. Arbeitsvorbereiter. Meister. Und heute ist er Mitunternehmer. Man könnte sagen: Er hat die Karriereleiter genommen. Tatsächlich hat er aber etwas anderes gemacht. Er ist immer tiefer in die Sache hineingewachsen.
Und irgendwann war er einfach überall. Bei den großen Projekten. Bei den kleinen Problemen. Bei den Lehrlingen. Bei den Maschinen. Im Lager. In der Arbeitsvorbereitung. Beim Kunden. Und dort, wo plötzlich etwas passiert, das eigentlich gar nicht passieren dürfte – aber natürlich trotzdem passiert.
Robert findet meistens eine Lösung.
Und wenn er einmal einen Plan gefasst hat, dann ist dieser Plan erstaunlich schwer wieder loszuwerden. Man kann ihn diskutieren. Man kann ihn hinterfragen. Man kann ihm erklären, dass es vielleicht auch anders ginge. Man kann es versuchen.
Diese Beharrlichkeit hat Wetscher oft weit gebracht. Robert hat manche Gipfelsiege mit uns gefeiert, meistens eher bescheiden. Und manche langen Täler, die wir lieber „Herausforderungen“ nennen, ist er ziemlich unbeirrbar durchgegangen. Manchmal fast alleine.
Was ihn dabei auszeichnet, ist seine Zuversicht. Diese unerschütterliche Überzeugung, dass es am Ende eine Lösung geben wird. Keine Zeit, kein noch so schwieriger Umstand und schon gar kein Rückschlag können ihm diese Gewissheit nehmen. Robert glaubt daran, dass man die Dinge lösen kann. Und er tut es dann meistens auch.
Das Schöne daran: Diese Zuversicht ist ansteckend. Sie gibt einem das Gefühl, dass es schon irgendwie gehen wird. Dass sich für jedes Problem ein Weg findet. Und plötzlich glaubt man selbst wieder daran.

Vielleicht ist das der Grund, warum Robert heute viel mehr ist als ein Mitarbeiter mit großer Erfahrung. Einer, der Wetscher nicht nur kennt, sondern trägt. Einer, der Verantwortung übernimmt, ohne viel Aufhebens darum zu machen.
Und vielleicht ist es nach 45 Jahren an der Zeit, einmal daran zu erinnern, wo das alles begonnen hat:
Vor genau 45 Jahren. Am Montag, den 17. August 1981. Als Lehrling in der Tischlerei. Damals mit dem Wissen, Tischler werden zu wollen. Heute mit dem Wissen, wie man eine ganze Tischlerei, ein Unternehmen und vieles, was dazwischen passiert, zusammenhält.
Lieber Robert, danke, dass du damals angefangen hast. Und danke, dass du Wetscher heute trägst, als wäre es dein eigener Betrieb.




