Leben in Innsbruck – eine Liebeserklärung
Ein Sommer wie aus dem Süden Die Sonne kommt vom Unterland herauf. Im Herbst steht sie schon tief, ihr flacher Strahl bricht sich an den goldenen Kugeln des Innsbrucker Doms, und für einen Augenblick leuchten sie so hell, dass man den Blick abwenden muss. Ich sitze am großen Tisch, der zum Frühstück gedeckt ist, vor mir der Kaffee, und schaue durch die großen Fenster über die Stadt, zum Bergisel, über die Dächer von der Serles bis zur Nockspitze und zu den Schrofen daneben, die in diesem Licht die Nähe zu den Dolomiten geradezu dramatisch erscheinen lassen. Der Duft des heißen Kaffees holt mich schließlich zurück. Und mit ihm eine Frage, die mich seit dem Sommer beschäftigt: Warum gibt es hier eigentlich keine Fliegen? Den ganzen Sommer über habe ich keine einzige jagen müssen. Keine großen, behäbigen, die morgens auf dem Land gerade dort sitzen, wo man sie nicht haben will, und auch keine dieser winzigen, die im Juni plötzlich in solchen Mengen erscheinen, als hätten sie sich über Nacht verabredet. Vielleicht gehört auch das zu …

