Kurze Geschichte einer langen Reise – zweiter Teil
Der Zug fährt weiter nach Süden. Weniger Grün, mehr Staub. Und ein Blick, der höher wird: auf Landschaften, Tiere – und auf das, was Menschen in Gruppen aus sich machen. Überblick Aus Reiseteilnehmern ist längst eine Reisegesellschaft geworden. Vielleicht, weil es kein funktionierendes Internet gibt. Vielleicht, weil der Veranstalter statt Empfang ein sorgfältig kuratiertes südafrikanisches Weinsortiment an Bord gebracht hat. Man kennt das kaum noch: Man spricht miteinander. Man hört zu. Man wiederholt sich. Man kommt sich näher, freundet sich an – und irritiert sich. Man kennt sich jetzt. Und tatsächlich scheint hier jeder eine besondere Geschichte zu haben, warum er genau jetzt hier ist. Es sind Abschlüsse oder Neuanfänge. Lust oder Leid. Manchmal einfach die Faszination am Fremden, um sich selbst wieder als Teil von etwas Größerem zu begreifen. Es erinnert ein wenig an „Mord im Orient Express“ – nur ohne Verbrechen. Stattdessen die stille Erkenntnis, dass jede Biografie ihre eigenen Wendepunkte kennt. Weiter nach Süden Der lange Zug mit seinen Schlaf- und Speisewagen bewegt sich weiter nach Süden. Sambia, Simbabwe, Botswana liegen hinter …

